Kolumne des Vorsitzenden
  Liebe Braunschweiger
Jägerinnen und Jäger,
liebe Mitglieder der Jägerschaft Braunschweig!



Meinen ausführlichen Jahresbericht werde ich bei unserer Mitgliederversammlung am 28. April 2005 vortragen. Einige aktuelle und besonders wichtige Ereignisse möchte ich Ihnen vorab mitteilen. Unsere Mitgliederentwicklung ist nach zwei guten Jahren diesmal nicht so erfreulich. Der Mitgliederbestand ist mit 420 Mitgliedern (Vorjahr 440) inkl. Gastmitglieder und Jungjägerkurs wieder auf das Niveau des Jahres 2002 gesunken (423). Neben Abgängen durch Tod und einigen Austritten ist vor allem die Tatsache dafür verantwortlich, daß vom letzten Jungjägerkurs von 27 Teilnehmern nur elf als neue Mitglieder gewonnen werden konnten. Die Ursachen dafür sind erkannt und Vorstand und Hegeringe werden versuchen, künftig noch intensiver die Jungjäger für die Jägerschaft als Mitglieder zu gewinnen.

Nach drei gut besetzten Jungjägerkursen (31, 22 und 27 Teilnehmer) sah es 2004 zunächst so aus, als würde überhaupt kein Kurs zustandekommen. Ein Problem, das andere Jägerschaften bereits hatten, ergab sich dadurch unerwartet auch bei uns in Braunschweig. Nach Aktionen in der Presse, im Internet und durch den guten Ruf unserer Ausbildung haben sich schließlich doch noch 16 Teilnehmer angemeldet, so daß wieder ein Ausbildungslehrgang und eine Jägerprüfung in Braunschweig stattfindet. Erfahrungsgemäß gibt es Jahre mit mehr und Jahre mit weniger Interessenten am Jagdscheinkurs. Sicherlich ist auch die Konkurrenz von Jagdschulen ein Grund dafür. Bei den Kompaktkursen, die deutlich teurer sind, kann man die Jägerprüfung schon nach kurzer Zeit ablegen. So greift ein Teil der Interessenten, die es sich finanziell leisten können, nach dem Motto "Zeit ist Geld" bzw. "Zeit ist knapp" auf diese Angebote zurück. Ich habe aber die Hoffnung, daß unsere bewährte und vergleichsweise kostengünstige Ausbildung, die viel praktische Arbeiten und auch die Teilnahme am Jagdbetrieb bei winterlichen Jagden mit einschließt, sich behaupten wird. Damit das so bleibt, muß die Qualität der Ausbildung und Prüfung bei uns in Braunschweig mit dem Schulungszentrum und Revier in Riddagshausen sowie einem attraktiven Schießstand in Wahle auf hohem Niveau bleiben.

Damit wären wir gleich beim nächsten Thema: Unserem Schießstand. Wie bei der letzten Mitgliederversammlung angekündigt, werden wir bei der diesjährigen Versammlung einen Beschluß über die Finanzierung der Sanierungsarbeiten fassen müssen (TOP 5). Der erweiterte Vorstand hat nach Information des Vorsitzenden des Betreibervereins des Schießstands Wahle, Jürgen Hübner, beschlossen, der Mitgliederversammlung folgendes vorzuschlagen. Die Jägerschaft Braunschweig wird wie die Jägerschaften Peine und Salzgitter 50 Euro je zahlendes Mitglied als Eigenanteil aufbringen müssen. Die Jägerschaft Peine hat beschlossen, in zwei Raten je 25 Euro als Mitgliedssonderumlage 2005 und 2006 einzuziehen. Wir werden der Versammlung vorschlagen, eine einmalige Umlage von 20 Euro von den Mitgliedern 2006 zu erheben und den restlichen Betrag, der 30 Euro je Mitglied entspricht, aus unserer Kasse zu entnehmen. Ein Sparhaushalt 2005 und 2006 wird eine ausreichende Rücklage dafür bilden. In die Gesamtfi- nanzierung wird ein Zuschuß der Landesjägerschaft und eine Finanzierung über die Betriebserlöse ein- fließen. Ich darf an dieser Stelle darauf hinweisen, daß sowohl eine eigene Jungjägerausbildung als auch ein Schießstand für unsere Jägerschaft überlebenswichtig sind.

Aus dem jagdpolitischen Bereich möchte ich die Abschaffung der Jagdsteuer in Braunschweig und die Gründung der Hegegemeinschaft Braunschweig kurz hervorheben. Nachdem sich auf Landesebene die Abschaffung der Jagdsteuer schwierig gestaltet (Gesamtsteueraufkommen 2004 rund 3,8 Mio. Euro), weil die Landkreise auf diese mittlerweile lukrative Einnahmemöglichkeit nicht verzichten wollen, ist es im Rat der Stadt Braunschweig mit den Stimmen von CDU, FDP und SPD gelungen, die Jagdsteuer zu kippen (Aufkommen in 30 Revieren insgesamt 6.593 Euro). Ein großartiger Erfolg, diese durch nichts zu rechtfertigende kommunale Steuer abzuschaffen. Im Gegenzug wurde am 10. Februar 2005 die Hegegemeinschaft Braunschweig gegründet, der sich bis auf vier alle Reviere außer den staatlichen Forsten angeschlossen haben. Dadurch wird die Stadt Braunschweig von unnötiger Bürokratie entlastet und die Abschußplanung, -kontrolle sowie die Abschußlisten liegen jetzt in unserer eigenen Hand. Hinzuweisen ist an dieser Stelle auf die gute Zusammenarbeit zwischen Jägerschaft, Kreisjägermeister, Jagdbeirat und Jagd- und Veterinärbehörde, so daß vernünftige Jagd- bzw. Schonzeitregelungen für Schwarzwild und künftig voraussichtlich auch für Graugänse getroffen werden können.

Die gesetzlich vorgeschriebene Schulung zur Entnahme der Trichinenproben beim Schwarzwild werden wir in unbürokratischer Weise im Anschluß an unsere diesjährige Versammlung durchführen. Nutzen Sie also die Gelegenheit und kommen Sie am 28. April ins Waldhaus Ölper, auch um den interessanten Vortrag von Dr. Egbert Strauß über die Wildtiererfasssung zu hören.

Mit freundlichen Grüßen und Waidmannsheil!

Hennig Brandes
Vorsitzender