Rehwild
Auch das Reh ist ein ausgesprochener Kulturfolger. Die anpassungsfähigen Tiere treten überall dort auf, wo sie genügend Deckung und Äsung finden. Der „größte Feind des Rehs ist das Reh selbst“, so die überraschende Aussage der Jägerschaft. Rehe leben ausgesprochen territorial und werden es zu viele, so vertreiben sie sich gegenseitig. Das führt dann dazu, dass sie immer ungünstigere Gebiete besiedeln müssen und dass viele Tiere von Autos überfahren oder von Hunden aufgescheucht und auch gerissen werden oder sich in Zäunen verfangen und umkommen. So kommen Jahr für Jahr mit rund 100 Stück ein Viertel der Rehe im Stadtgebiet auf diese Weise um. Unter anderem auch deshalb wurde der Rehwildabschuss seit 1980 von 80 auf heute über 200 Tiere fast verdreifacht. Mit 291 im Jahr 2005 erlegten Rehe (zzgl. 112 Stück Fallwild gesamt 403 Stück) ist die Strecke gegenüber der Rekordstrecke von 2005 (448 Stück inkl. Fallwild) etwas geringer.

Die relativ hohe Strecke ist in Braunschweig ohne Probleme alljährlich zu erzielen und sie wird vermutlich eher noch weiter ansteigen. Die Jäger bewegen sich damit im Bereich der „nachhaltigen Nutzung“, zu der sie jagdrechtlich und nach den Konventionen des „Rio-Gipfels“ verpflichtet sind.

Der Kreisjägermeister genehmigt als Sachverständiger der Jagdbehörde gemeinsam mit dem Jagdbeirat und der Jagdbehörde den Abschussplan. Der Rehwildabschuss ist insgesamt eher noch steigerungsfähig, insbesondere um Wildunfälle zu reduzieren. Allerdings ist die Situation in den Revieren unterschiedlich. Einige Jagdbezirke leiden unter starker Beunruhigung, durch streunende Hunde und stark befahrene Straßen.

Durch Bildung einer Hegegemeinschaft wurde es 2005 erreicht, dass die Abschussregelung einfacher wird und im Bedarfsfall unter den Revieren ausgeglichen werden kann. Der einzelne Jagdpächter bekommt grundsätzlich die Rehe zum Abschuss frei, die er aufgrund seiner Revierkenntnis und des Wildbestandes beantragt. Er kennt sein Revier und seinen Wildbestand am besten.

In Niedersachsen werden seit Anfang der neunziger Jahre alljährlich etwa 120.000 Rehe erlegt.

(hb)