Der bundesdeutsche und
niedersächsische Trend des seit Mitte der achtziger Jahre stark ansteigenden
Fuchsbesatzes wird in Braunschweig noch deutlich übertroffen.
In den siebziger
und achtziger Jahren war ein auf einer Jagd vorkommender Fuchs in Braunschweig
durchaus noch etwas besonderes, heute werden bei fast jeder Jagd Füchse gesehen
und nach Möglichkeit auch geschossen.
Die Strecke ist in Braunschweig von etwa
60 auf heute im Schnitt 200 bis fast 300 Füchse pro Jahr gestiegen. Im Jagdjahr
2005 ist mit 423 erlegten Füchsen die Strecke nach zwei Jahren mit auffällig
wenigen Füchsen und im letzten Jahr durchschnittlicher Strecke (125, 208, 275) jetzt
auf ein noch nie da gewesenes Niveau
gestiegen.
Zurückgeführt wird dieser Trend unter anderem auf ein örtliches Auftreten
der Fuchsräude, die zahlreiche Füchse in Braunschweig dahingerafft hat und
jetzt offensichtlich abgeklungen ist.
Auch der sehr anpassungsfähige Rotfuchs
wandert verstärkt in Stadtlebensräume ein, wo er als „Nahrungsgeneralist“ viel
Nahrung findet und seltene Wildarten wie Rebhuhn beeinträchtigt.
Auch die
Schluckimpfung gegen Tollwut und die Tatsache, dass diese Krankheit kaum noch
auftritt, führte zur starken Vermehrung der Füchse. Der Fuchs muss nach Meinung
der Jäger stark bejagt werden, um Seuchen wie die Räude oder die Tollwut, die
sich vor allem bei Überbesätzen stark ausbreiten, möglichst einzudämmen und um
Hasen, Rebhühner, Fasane und andere Niederwild- und Kleintierarten sowie deren
Nachwuchs zu schützen.
In Niedersachsen ist die Fuchsstrecke von 1985 von etwa
30.000 auf heute 60.000 bis 70.000 Tiere angestiegen. Die Wurfdichte wird im
Rahmen der Wildtiererfassung in Braunschweig um 50 % höher eingeschätzt als im
Landesdurchschnitt.
Auch der Dachs, tritt immer häufiger im Stadtgebiet auf. Da
er weitgehend nachtaktiv ist, bekommt ihn ein Normalbürger kaum zu Gesicht. Wie
in Niedersachsen (1985: 500 und 2004 rd. 5.600 erlegte Dachse) ist auch in
Braunschweig das Dachsvorkommen und die Dachsstrecke deutlich ansteigend. Im
Stadtgebiet werden heute etwa 10 bis 20 Dachse im Jahr erlegt. Hinzu kommen
einige Steinmarder, die vermehrt in nicht bejagbaren, bewohnten Bereichen
vorkommen, die aber wohl auch unter der Räude gelitten haben.
Der Waschbär und
der Marderhund sind ebenfalls in Braunschweig angekommen, wie
Einzelbeobachtungen bestätigen. Diese nicht in Deutschland heimischen, sehr
scheuen Tiere sind schwer zu bejagen und konnten. Im abgelaufenen Jagdjahr 2005
sind erstmals gleich 5 Waschbären zur Strecke gekommen, was bestätigt, dass
diese Art auch in Braunschweig bereits in größerer Zahl vorkommen dürfte. (hb)
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