Die Wildtiererfassung ergibt für Braunschweig mit
einem Bestand von 17 Hasen je 100 Hektar einen gegenüber dem Landesdurchschnitt
(14 je 100 Hektar) etwas höheren Hasenbesatz an.
Nächtliche Scheinwerferzählungen
ergeben darüber hinaus, dass die Besätze noch deutlich höher sind, als von den
Jagdpächtern im Rahmen der WTE eingeschätzt. Die Einschätzung, der Hase sei
immer seltener geworden und er gehöre auf die „Rote Liste“ ist nach diesen
Erhebungen nachweislich falsch.
Sicherlich sind Hasenstrecken von 800 Stück wie
in den siebziger Jahren in Braunschweig heute nicht mehr nachhaltig zu erzielen.
Der Hase hatte in diesen Jahren äußerst günstige Wetterverhältnisse und weniger
Beutegreifer, was zu einigen sehr guten Hasenjahren führte.
Die Jäger haben
sich heute im Abschuss stark beschränkt. So werden seit zehn Jahren in
Braunschweig jährlich um die 200 Hasen geschossen, was einer nachhaltigen
Bejagung entspricht. 2004 und 2005 waren auffällig viele „Langohren“ zu beobachten und so konnte
die Stecke auf 297 (davon 57 Fallwild) noch einmal gesteigert werden (Vorjahr
275). Der Anstieg der Hasenbesätze und –strecken entspricht dem Landestrend. Wildbiologen
schätzen den heutigen Hasenbestand gegenüber den sehr hohen Besätzen in den
siebziger Jahren als durchaus „normal“ ein, wobei in den letzten beiden Jahren ein
leichter Anstieg der Bestände zu verzeichnen ist.
Da der Hase durch Krankheiten
und Beutegreifer nachweislich unter einer hohen natürlichen Sterblichkeit
leidet, schadet ein angemessener Abschuss nicht, bestätigen Wildbiologen. Viele
der im Herbst erlegten Hasen würden in den Wintermonaten ohnehin sterben. Der
Abschuss sollte allerdings nicht bis zum Ende der Jagdzeit im Januar erfolgen,
sondern bereits vor Weihnachten abgeschlossen sein, so die Fachleute. Eine
Empfehlung, der die Braunschweiger Jagdpächter folgen. Die kommenden Jahre sollen
beobachtet werden und wenn sich der positive Trend fortsetzen sollte, kann der etwas
erhöhte Abschuss beibehalten werden, ohne das Nachhaltigkeitsprinzip zu
verletzen. Gäbe es heute noch hohe Hasenstrecken, so gäbe es sicherlich
Schwierigkeiten, die vielen Hasen überhaupt zu vermarkten. Die Jäger verwerten
die Hasen heute fast ausschließlich selbst und es besteht, weil nur geschossen
was auch verwertet wird, deshalb keine Sorge, dass zu viele Hasen erlegt werden
könnten, zumal der Hasenbestand stetig ansteigt. (hb)
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