Wildtauben
Die Strecke der Wildtauben ist in Braunschweig deutlich rückläufig. Wurden bis Anfang der neunziger Jahre noch 700 bis 1000 Wildtauben pro Jahr erlegt, waren es 2005 nur 378 Stück (2004: 222). Das liegt nicht daran, dass es weniger Wildtauben gibt, sondern einerseits daran, dass der Gesetzgeber die Jagdzeit stark verkürzt hat und die Schusszeit erst im November beginnt, andererseits sind Tauben wohl auch von der Verwertung her heute für den Jäger nicht mehr so interessant.

Wildtauben lassen sich kaum vermarkten und ein Jäger schießt nur das, was er verwertet. Auf die Stadttaubenproblematik angesprochen reagieren die Jäger mit Kopfschütteln. Stadttauben sind kein Wild und unterliegen nicht dem Jagdrecht.

Nach Ansicht der Jäger werde die Diskussion sehr unsachlich geführt. Es sei Unsinn, wenn behauptet würde, die Stadttauben würden in großer Zahl verhungern. Grundsätzlich gelte, wo es viel Futter gibt, da gibt es auch viele Tauben. Deshalb sei auch das Fütterungsverbot sinnvoll, wenn man den Bestand niedrig halten wolle. Stadttauben fliegen zur Nahrungssuche auch in Parks, Grünflächen und Gärten und auch auf die Felder und Wiesen am Stadtrand. Bei einzelnen geschwächten Tieren handele es sich zumeist um kranke Tauben. Stadttauben sind bekanntermaßen krankheitsanfällig und je mehr Tauben es gebe, desto mehr kranke Tauben würden auftreten.

Den Einsatz von Greifvögeln halten die Jäger für aussichtslos, weil sich die Stadttauben nicht dauerhaft aus ihrem Lebensraum vertreiben lassen. Würde das funktionieren, hieße das ökologisch gesehen, dass auch in der freien Natur die Greifvögel ihre Beutetiere aus ihren Revieren verjagen würden, was schon vom biologischen Ansatz her natürlich tatsächlich nicht so ist. W

irksam sind neben einem konsequenten Fütterungsverbot, der Verbau von Nistmöglichkeiten und auch das Fangen mit Drahtkörben ist problemlos möglich. Die Jäger sind dafür allerdings nicht zuständig, weil Stadttauben kein Wild sind.